Brandschutz im Schienenverkehr

 

Aufgrund des bahnen- und länderübergreifenden Einsatzes von Eisenbahnwagen zum Personentransport sind einheitliche Vorgaben an das Sicherheitsniveau erforderlich. Ein Bestandteil davon ist das Brandverhalten der zum Bau verwendeten Materialien sowie der Gesamtheit der Waggons.

 

Böden und Sitzmaterial müssen in Bahnen immer schwer entflammbar sein. Photo: Tero Vesalainen

 

 

Durch die VERORDNUNG (EU) Nr. 1302/2014 werden Anforderungen an den Brandschutz von Schienenfahrzeugen im Personenverkehr gestellt .

Hier werden die technischen Spezifikationen für die Interoperabilität des Teilsystems „Fahrzeuge – Lokomotiven und Personenwagen“ des Eisenbahnsystems der Europäischen Union (kurz: TSI LOC&PAS) konkretisiert.

Weitere Informationen zu technischen Spezifikationen für die Interoperabilität finden Sie auch bei der European Union Agency for Railways (ERA)

 

Bei der Auslegung der Schienenfahrzeuge liegt ein wesentliches Augenmerk auf der Sicherheit der Passagiere und des Personals. Das gilt ebenfalls für den sehr selten vorkommenden Fall eines Zugbrandes. Die größte Bedrohung dabei ist neben den Flammen und der entstehenden Hitze der entstehende Rauch und die toxischen Gase in dem brennenden Zug. Diese Gefahren zu reduzieren ist ein wesentlicher Aspekt der Norm EN 455451.

Durch das Inkrafttreten der TSI LOC&PAS ist klar geregelt, dass zur Erfüllung des Brandschutzes in Schienenfahrzeugen spätestens seit dem 01.01.2018 alle in Fahrzeugen verbauten Produkte und Komponenten den normativen Anforderungen der DIN EN 45545-2 entsprechen müssen. (Vgl. EU 1302/2014, Abschnitt 4.2.10.2.1.)

Die EN 45545 ist eine reine Materialprüfnorm, die seit April 2016 europaweit einheitlich die brandschutztechnischen Anforderungen aller verwendeten Werkstoffe in Schienenfahrzeugen festlegt. Demnach müssen auch alle elektrischen Komponenten sowie deren Elektroisolierstoffe die Anforderungen erfüllen.

 

Auf der Seite 5 und 6 der Broschüre:  Bahn EN 45545 – Leitfaden zur Anwendung für Elektroisolierstoffe finden Sie interessante Details über die Norm, herausgegeben von der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie e.V., 

 

Die Normenreihe DIN EN 45545 regelt den Brandschutz in Schienenfahrzeugen im Bereich der Europäischen Union und gilt in folgenden Ländern:  Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, der Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.

 

Darüber hinaus ist seit dem Erscheinen der ersten Fassung der DIN EN 45545 im Jahre 2013 die Akzeptanz der Normenreihe über die Grenzen der Europäischen Union hinweg gestiegen, so dass weltweit neben der NFPA 130 die DIN EN 45545 zunehmend Anwendung findet. Erarbeitet wird die DIN EN 45545 von allen teilnehmenden Mitgliedsstaaten bei CEN.

 

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