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Es brennt! Her mit der Löschdecke! – Ist das der richtige Weg???

Eindeutig: JEIN.

Zu aller erst, was sind Löschdecken denn eigentlich?

Löschdecken sind in unterschiedlichen Größen erhältlich, für den privaten Gebrauch sind sie meist 1 x 1 m. Der Stoff besteht nach DIN EN 1869 aus brandsicherem Material, wie Nylon, Kevlar oder Glasfasergewebe.
Diese Decken sind nicht wieder verwendbar!
Zu finden sind sie meistens in roten Kästen und besitzen auch eine rote Hülle. Bedienhinweise sind deutlich aufgedruckt.

Zwar sind die Decken zur Löschung von kleinen Bränden geeignet, sie ersetzen Feuerlöscher gemäß der Arbeitsstättenrichtlinie allerdings nicht!

Löschdecken – Ja oder Nein?

Ein JA zur Löschdecke:
Bei sehr kleinen Bränden bzw. Entstehungsbränden ist die Decke perfekt zu verwenden, beispielsweise bei Polstermöbeln oder Küchengeräten, brennenden Behältern, wie zum Beispiel Papierkörben.

 

ABER:

Bei Fettbränden in der Küche ist die Verwendung von Löschdecken mittlerweile umstritten, also LIEBER NICHT. Eine Löschdecke über einen Brandherd in einer Pfanne gelegt kann durchhängen und Feuer fangen, obwohl sie eigentlich feuerfest ist.

Deshalb bei einem Brand in der Küche sofort:

Sofort Wärmequelle ausschalten! Falls der Brand nur in Topf oder Pfanne ist, passenden Topfdeckel drauf, und WARTEN! Die Gefahr ist nämlich, dass sich, falls das Öl nicht vollständig abgekühlt ist, das Fett bei zu frühem Öffnen der Abdeckung sofort wieder entzündet.
Bei Bränden, die sich auf dem Herd ausgebreitet haben, kann man auch ein feuchtes Küchenhandtuch über den Brand werfen.

Achtung: Einen Fettbrand darf man NIE mit Wasser löschen. Kommt Wasser auf das brennende Öl, kommt es zu einer Verpuffung. In der Folge schlagen die Flammen höher und das heiße Öl spritzt explosiv durch die Küche. Folglich kann das zu einem Ausbreiten des Brandes und noch schlimmer, zu schweren Verbrennungen auf der Haut führen.

Ideal wäre bei einem Fettbrand die Anwendung eines Löschsprays.

Sogenannte Löschsprays sind für kleine Brände ein gutes Mittel zum Feuer löschen. Sie haben zwar bei größeren Flammen keine Chance, aber sind leicht in der Handhabung, finden in jeder Küche Platz und sind preisgünstig. Wenn Pfanne, Adventskranz oder die Herdplatte beginnen zu brennen, kann man sie gut und effektiv einsetzen.
Hier eine interessante Übersicht und hier noch ein Testvergleich.

ABER:

Ist der Brand zu groß und nicht unter Kontrolle zu bringen, rasch die Feuerwehr rufen.

Denn das wichtigste ist sich selbst und andere in Sicherheit zu bringen, damit niemand zu Schaden kommt.

 

Ein zweites BEDINGUNGSLOSES NEIN für den Einsatz einer Löschdecke sind Personenbrände. Hier bringt der Einsatz von Löschdecken zusätzliche Gefahren sowohl für die rettende als auch für die brennende Person mit sich.

Denn der erste Reflex einer brennenden Person ist, dass sie wegläuft und sich selbst versucht, zu löschen. Aus Panik und Angst wehrt sich das Opfer häufig gegen den Einsatz der Löschdecke.

Zudem werden beim Andrücken der Decke brennende oder glühende Stoffteile intensiv auf die Haut gepresst, was zusätzliche schwere Brandverletzungen verursacht.

Daher sollte im Ernstfall bei einem Personenbrand der Feuerlöscher (egal welcher Feuerlöschertyp!) die Rettung sein. Das Thema Personenbrände wird in einem weiteren Blogartikel beschrieben.