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Hätte, sollte, könnte, würde, müsste…. Konjunktive im Brandschutz?

Als leidenschaftliche Motorradliebhaberin hat mich im Januar 2021 der Bericht über den Brand im Motorrad-Museum in Hochgurgl natürlich betrübt. 

Die Brandursache wurde bald ermittelt: ein technischer Defekt in einem Digital Signage-Display im Bereich der Ausstellungsfläche. Das Museum bestand zu großen Teilen aus Holz, was den Löscheinsatz der Feuerwehren noch beschwerlicher machte. So gut wie alle Motorrad-Klassiker sind ein Opfer der Flammen geworden, und natürlich hat sich die Frage nach dem Brandschutz des erst 2016 neu aufgebauten Gebäudes gestellt.

 

 

Es gab jedoch sehr wohl ein ausgearbeitetes Brandschutz-Konzept – angefangen von Feuerschutz-Schiebetoren mit T-30-Brandschutzfunktion, die im Brandfall automatisch schließen, über optisch und akustisch arbeitenden Warnanlagen bis hin zu eingebauten Rettungstüren, die den Fluchtweg von Personen sichern und der Möglichkeit über den Hubschrauber-Landeplatz verletzte Personen schnell in Krankenhäuser transportieren zu können.

 

Und nun kommt das „hätte“ ins Spiel: Hätten die Betreiber, bzw. die Brandschutz-Beauftragten damals schon von der Möglichkeit gewusst, Monitore verwenden zu können, die so ausgestattet sind, dass durch Elektrizität verursachte Brände im Inneren der Monitore automatisch sofort gelöscht werden und somit ein Feuer gezielt bekämpfen können, bevor es zur Katastrophe kommt, hätten sie mit Sicherheit diesen verhindernden Brandschutz in Ihr Brandschutzkonzept eingebaut.

 

Denn: „Das Problem hier war der unentdeckte Brand von innen, wohl ausgelöst durch die Elektrizität im Netzteil. Solche Entstehungsbrände können immer passieren“, erklärt Rajko Eichhorn, Senior Business Developement Manager bei JOB (JOB Group – Weltmarktführer für hochwertige Sprinklerlampen und Erfinder des kleinsten Feuerlöschers der Welt). Die meisten Brandschutzlösungen für Displays setzen auf unästhetische, schwere, klobige Brandschutzgehäuse und Schutzglas.

Lösungen wie die E-Bulb von JOB, ein automatischer Micro-Feuerlöscher, werden dagegen in die Displays integriert und können so Feuer gezielt bekämpfen, bevor es zum wirklichen Brand kommt.

                                            Sortiment E-Bulbs

 

Und nun zum „sollte“: Sollten wir nicht alle gemeinsam daran arbeiten, dass über solche und andere Brände nicht mehr täglich in unseren Zeitungen berichtet werden muss?

Ich finde, ja – und verändere das „müsste“ zum „müssen“. Wir müssen Wissen, welches wir erlangen und das der Allgemeinheit helfen kann, verbreiten und weitergeben.

 

Und deshalb berichten wir in unseren nächsten Beiträgen über die Funktionsweise, die Anwendungsmöglichkeiten der „Automatic Miniature Fire Extinguisher“, kurz AMFE, die VDS zertifizierten „E-Bulb“ Micro-Feuerlöscher und das Konzept „Geräte-integrierter Brandschutz“.

 

Übrigens: Die Wiedereröffnung des Motorrad-Museum war am 18.11.2021!

Durch den Wiederaufbau wurde nicht nur die verlorene Sammlung, sondern auch das gesamte Konzept des Museums erweitert und erneuert.

Sie „könnten“ also wieder einen Besuch im Museum planen…. aber:

Die österreichische Bundesregierung hat einen weiteren umfassenden Lockdown angeordnet, der u.a. auch die Schließung aller Hotels, Restaurants und Museen umfasst.

Diese behördlich angeordnete Betriebsschließung ist für maximal 20 Tage im Zeitraum vom 22.11.2021 bis zum 12.12.2021 angesetzt und beinhaltet auch die Möglichkeit einer früheren Wiederöffnung nach 10 Tagen – vorausgesetzt, dass sich das Infektionsgeschehen deutlich entspannt.

Auf der Website des Museums finden Sie aktuelle News.

 

Und hier noch ein Foto, das ich im Sommer auf dem Col du Galibier gemacht habe – damit Sie verstehen können, was mich beim Motorradfahren so glücklich macht…

Fotografie vom Pass Col du Galibier.
Blick vom Col du Galibier – Foto: Leopoldi-Art.

Grillen wird immer beliebter – Tipps für den sicheren Umgang

 

Auch in diesem Sommer ist der eigene Garten für viele der Lebensmittelpunkt. Es wird vermehrt draußen gegrillt statt drinnen gekocht. Doch beim Kochen und Braten mit Holzkohle- oder Gasgrill gibt es nicht zu unterschätzende Risiken, derer man sich bewusst sein sollte.

So kommt es in Deutschland laut Erhebungen von Verbrennungsmedizinern jährlich zu rund 4.000 Unfällen am Grill. Dabei bedarf es noch nicht einmal einer offenen Flamme – für Brände reichen oft schon hohe Temperaturen in Verbindung mit spritzendem Fett, insbesondere, wenn Fettauffangschalen im Grill sind.

Übrigens: Brennendes Fett darf auf gar keinen Fall mit Wasser gelöscht werden! Da das Wasser schlagartig verdampft, kommt es zu einer verheerenden Fettbrandexplosion. Um einen Fettbrand zu ersticken muss die Luftzufuhr unterbrochen werden. Das Feuer ist zum Beispiel mit einem Metalldeckel abzudecken bzw. der Grill zu schließen. Bei Gasgrills sofort die Gasflasche zudrehen. Für alle, die regelmäßig oder viel grillen, kann die Anschaffung eines speziellen Fettbrandlöschers sinnvoll sein. Diese werden auch in der Gastronomie eingesetzt.

Es gibt eine große Vielfalt an Grills. Auf die Sicherheit müssen Sie aber bei allen achten! Foto: Matthias Böckel, Pixabay

 

Tipps zum sicheren Grillen:

 

  • Achten Sie beim Kauf eines Grills auf das GS-Zeichen das Zeichen (Geprüfte Sicherheit).
  • Gasgrills sind zu Beginn der Saison auf Leckagen zu prüfen. Dieses kann mit speziellen Sprays oder Seifenlauge durchführt werden, wobei alle Leitungen benetzt werden müssen. Kleine Gasblasen zeigen undichte Stellen an.
  • Ob Gas oder Kohle – bevor der Grill entzündet wird, muss unbedingt auf einen sicheren Stand geachtet werden und auf ausreichenden Abstand zu Pflanzen, Möbeln, etc. (ca. 2m). Den Grill niemals unter Pavillons, Zelten oder Sonnenschirmen aufstellen, da diese durch Funkenflug leicht in Brand geraten könnten. Ist er einmal heiß, nicht mehr bewegen oder versetzen.
  • Beim Anzünden der Kohle sind nur feste oder speziell dafür zugelassene flüssige Brennhilfen zu verwenden. Niemals Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verwenden! Und niemals flüssige Grillanzünder in die offenen Flammen schütten. Verpuffungen, meterhohe Stichflammen und schwere Brandverletzungen können die Folge sein!
  • Kinder sind generell vom Grill und der heißen Glut fernzuhalten.
  • Tragen Sie beim Grillen nur Schwer- oder Normalentzündliche Kleidung und keinesfalls Kleidung aus Synthetikfasern.
  • Löschen Sie die Grillasche mit Wasser oder Sand. Am besten die Glut im Grill erkalten lassen.
  • Eine Feuerstelle darf nie unbeaufsichtigt bleiben. Kommt es dennoch zu einem Entstehungsbrand, sollte ein funktionsfähiger Feuerlöscher griffbereit sein. Die Funktionsweise ist einfach: Sicherung ziehen, je nach Ausführung den Schlagknopf oder Hebel drücken und den Löschstrahl mit kurzen gezielten Stößen auf den Brandherd richten.
  • Alternativ halten Sie immer einen Eimer Wasser, Sand, Feuerlöscher oder eine Löschdecke griffbereit.

Tipp für Ihren nächsten Weltraum-Ausflug

In diesen Zeiten finden wir es wichtig, auch einmal über andere Dinge, als Krisen und Probleme rund um die Pandemie zu schreiben. Wir haben uns für diesen „überaus wichtigen Hinweis“ entschieden :) 

Achtung, wenn Sie bei Ihrem nächsten Raumflug ein Kerzendinner mit Ihrem liebsten Menschen planen!

Feuer verhält sich in der Schwerelosigkeit nämlich vollkommen anders als auf der Erde.
Wenn wir hier an Feuer denken, sehen wir Flammen, orange bis blau, die nach oben gen Himmel züngeln. Wenn wir auf der Erde nach einem Candlelight-Dinner die Kerzen auspusten, verlischt die Flamme. 

In der Schwerelosigkeit einer Raumstation zeigt Feuer jedoch ein zuvor unbekanntes Gesicht.
Wenn wir in unserer Raumstation oder unserer Raumkapsel versuchen würden, Romantik mittels einer Kerze zu erzeugen, hätten wir Probleme: Die Kerzenflamme sieht überhaupt nicht so aus, wie wir sie kennen, sie züngelt nicht, sondern bildet eine Art Kugelflamme.

Versuch an Bord der ISS: Ein Tropfen flüssiger Kohlenwasserstoff brennt mit einer bläulichen Flamme in Kugelform.  (Foto: Nasa)
Versuch an Bord der ISS: Ein Tropfen flüssiger Kohlenwasserstoff brennt mit einer bläulichen Flamme in Kugelform. (Foto: Nasa)

 

Und – wenn wir dann versuchen würden, die Flamme auszupusten, würde das einfach nicht funktionieren im Gegenteil, die Flamme würde sich in unsere Richtung hin ausbreiten.

Warum ist das so?

Hierzu habe ich folgenden Artikel gefunden:

…Zündet man auf einer Raumstation etwa einen schwebenden Benzintropfen an, zeigt sich etwas Erstaunliches: „Das Feuer breitet sich kugelförmig aus“, sagt Rainer Forke vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zu n-tv.de. Um den Tropfen bilde sich eine schwach blau leuchtende, kugelrunde Flamme.

Aber warum?

Dazu muss man erst verstehen, was dem Feuer auf der Erde seine Flammengestalt verleiht: „Wenn Gase und Flüssigkeiten wärmer sind als ihre Umgebung, steigen sie entgegen der Schwerkraft nach oben“, erklärt Forke. So wie etwa ein mit heißer Luft gefüllter Heißluftballon. Auch bei einem Feuer entstehen heiße Gase, die entgegen der Schwerkraft nach oben steigen und Flammen formen. „Aber auf einer Raumstation wie der ISS gibt es kein Oben und kein Unten. Die heißen Verbrennungsgase steigen also nicht schnell nach oben weg“, sagt der DLR-Experte Forke.

Ohne Schwerkraft hat es Feuer schwer

Ohne Schwerkraft wandern die Gase einer Verbrennung nur langsam aus der Flamme heraus. Und der Sauerstoff aus der Luft kommt umgekehrt nur langsam an die Flamme ran. „Das hat zur Folge, dass die Flamme nach einiger Zeit an ihren eigenen Verbrennungsgasen erstickt und verlischt“, sagt Forke. Auf der Erde hingegegen sorgen das rasche Aufsteigen der Gase und die dadurch gute Durchmischung der Luft in der Umgebung für eine gute Sauerstoff-Zufuhr – das Feuer brennt so lange, bis kein Brennstoff mehr vorhanden ist.

Ist Feuer also keine Gefahr für die Raumstation ISS, da es in der Schwerelosigkeit von alleine erlischt? Mitnichten: „Da es auf der ISS Lüftungsanlagen gibt, welche für einen leichten Luftzug sorgen, können Flammen, die eigentlich verlöschen sollten, wieder angefacht werden und weiterbrennen“, so Forke.

Und potenzielle Brandherde gibt es auf der ISS genügend: „Die Raumstation ist vollgestopft mit elektrischen Geräten, bei Überlast können Brände entstehen.“ Auch Kabel und Lithium-Akkus seien eine Gefahrenquelle. Daher gibt es auf der ISS auch Brandschutzdecken und Pulverlöscher zur Bekämpfung von Feuer. Ein Einsatz von Wasser wäre wegen der Kurzschlussgefahr jedoch ebenso gefährlich wie der von CO2-Löschern, durch die Astronauten zu ersticken drohten.

Forschung in vollem Gange

Auch wegen dieser realen Gefahr wird zu Feuer in der Schwerelosigkeit intensiv geforscht. Auf der ISS läuft laut DLR das internationale Projekt FLARE, an dem auch Deutschland beteiligt ist. Bei ihm wird die Flammenausbreitung auf festen Oberflächen untersucht. Die Forschung dazu findet im japanischen Kibo-Modul statt. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa betreibt zudem eine Verbrennungsanlage auf der Raumstation und plant sogar einen kleinen Windkanal.

Noch spektakulärer ist das internationale Saffire-Projekt: Bei diesem wird in Transportkapseln, die von der ISS ablegen, Feuer gelegt. „Da können größere Proben untersucht werden als auf der ISS, wo das aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist“, sagt DLR-Experte Forke. Die Kapseln sind bei ihrem Ablegen von der Raumstation mit Müll beladen und verglühen nach einiger Zeit in der Erdatmosphäre.

Quelle: ntv.de

 

Zum Thema hier noch ein interessantes Video von Terra X:

 

 

Gottseidank gibt es ja mittlerweile LED-Kerzen. Damit klappt der romantische Weltraumausflug dann trotzdem. ;)

Mehr Service für unsere Kunden

 

Wir haben in den vergangenen Monaten die Zeit genutzt und einen Online-Shop erarbeitet.

Als Service-Angebot für all unsere Kunden, die bereits wissen, was Sie benötigen.

Noch finden Sie nicht alle Produkte in unserem Shop, aber wir arbeiten fleißig daran.

Über unseren Shop können wir auch unkompliziert Sonderangebote oder Ausverkauf-Materialien zu Special-Preisen anbieten.

Ein Shop-Besuch lohnt sich also immer.

Selbstverständlich sind wir aber für jede Anregung, Anfrage und Projektbesprechung auch weiterhin persönlich für Sie da.

 

Und hier geht es zu unserem neuen KONZEPT-SHOP.

 

 

Corona und die Brandgefahren

Nun haben wir alle ja momentan eine schwierige Zeit zu überstehen. Der Corona-Virus hat die Welt fest im Griff.

Wir sind dazu aufgefordert, möglichst im heimischen Umfeld zu verbleiben. Familien arbeiten von daheim, die Kinder dürfen nicht in die Schule oder Kindergarten, bzw. Kita – das Leben spielt sich in Haus oder Wohnung ab.

 

Das ist für uns alle nicht einfach – und wir konnten bemerken, dass auch etwas mehr Brände aufgetreten sind.

Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung hat für 2019 ein Diagramm zur Verfügung gestellt.

 

 

Wie man erkennen kann, sind bei  mehr als der Hälfte aller Fälle das menschliche Fehlverhalten und Elektrizität die Ursachen der Brände.

 

Die häufigsten Brandursachen dabei sind:

Auf dem Herd vergessene Töpfe oder Pfannen 

Wer kennt das nicht – man ist beim Kochen und die Kinder haben im Übermut oder aus Langeweile etwas angestellt. Schon vergisst man die Küche und kümmert sich um die Wehwehchen oder versucht Schäden zu verhindern. Oder es fällt einem ein guter Gedanke für die Arbeit ein und man setzt sich „nur mal ganz schnell“ an den heimischen Arbeitsplatz – und das Kochen ist Nebensache. In der jetzigen Zeit ist die Gefahr natürlich viel größer, weil sich Haus oder Wohnung zu einem kombinierten Arbeits,- Koch,- Kinderbetreungs,- Ruheplatz entwickelt hat.

 

Also bitte achten Sie möglichst darauf,  Ihre Pfannen und Töpfe unter Kontrolle zu halten. Denn Flammen, die vom Herd hochlodern, können sich zügig über mangelhaft gesäuberte Dunstabzugshauben auf weitere Küchenmöbel ausbreiten. 

 

Elektrische Geräte, sei es ein Fernseher oder ein Computer laufen heiß

Einzelne Bauteile können bei lang andauerndem Gebrauch heißlaufen und könnten zu Flammenbildung neigen und damit unter Umständen die Ursache eines Feuers sein.  Wenn die Bauteile, wie z.B. Akkus zu heiß werden, beginnt der Kunststoff, der das Gerät ummantelt, zu brennen. Und da wir gezwungenermaßen viel länger und intensiver mit unseren elektrischen Geräten daheim arbeiten müssen, steigt auch dort die Gefahr von Bränden.

 

Bitte prüfen Sie hin und wieder die Temperatur und gönnen Sie Ihren elektrischen Geräten dann entsprechende „Kühlpausen“.

 

Und zu allerletzt eine Bitte: Wenn Sie die Möglichkeit haben, dem „Hausarrest“ zu entkommen und in einem nahegelegenen Wald spazieren gehen können, bitte achten Sie auf eventuelle Rauchzeichen und rauchen Sie auf keinen Fall im Wald!

Denn: So hoch ist der die aktuelle Waldbrandgefahr in Deutschland!

 

 

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass nur der Corona-Virus unser Leben beeinträchtigt. Achten wir gemeinsam darauf, dass Brände nicht auch noch für Kummer oder sogar Lebensgefahr sorgen.

 

In diesem Sinne wünscht Ihnen das Team von König Konzept trotz der Corona-Einschränkungen einige wunderschöne Ostertage – UND BLEIBEN SIE GESUND!

 

 

Verhalten im Brandfall – 1. Brand in der eigenen Wohnung im Mehrfamilienhaus

 

Wie verhalte ich mich, wenn es in meiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus brennt?  

 

Kurz und knapp – und unter read more mit hilfreichen Hintergrundinformationen für Alle, die sich näher informieren möchten.

 

Versuchen Sie, ruhig zu bleiben!  Weiterlesen...

Ruhe bewahren –  Sie sind aufgeregt, weil ein Brand keine gewohnte Situation ist. Durch das Wissen, welche Schritte Sie unternehmen müssen, und durch regelmäßiges Üben dieser Schritte wird die Gefahr und das Risiko für Sie zwar nicht kleiner, aber Sie können die Gefahrensituation durch ihre Reaktionen wenigstens zum Teil entschärfen und möglicherweise sogar ganz unter Kontrolle bringen

 

Gibt es die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln das Feuer zu löschen? (z.B. Deckel auf den brennenden Topf, Anwendung eines vorhandenen Kleinlöschgerätes, Gefäß mit Wasser)   Weiterlesen...

Löschversuch unternehmen – Jedes Feuer beginnt klein. Je früher Sie einen Brand entdecken, desto größer ist die Chance, dass Sie ihn löschen können. Es gibt gegen Entstehungsbrände einige einfache Löschmethoden. Wichtig ist, dass Sie schnell und entschlossen reagieren.

 

a) Brennendes Fett in Pfanne oder Topf–> Wichtig: Kein Wasser auf Fettbrände! Da Fett sehr heiß brennt, verdampft Wasser in diesem Fall sofort – und reißt das brennende Fett mit sich. Stattdessen z.B. durch das Auflegen eines Deckels das Feuer ersticken. 

                                                                                                                                                                 

b) Löschspraydosen sind intuitiv einfach zu bedienen – eben wie Spraydosen. Für einen Entstehungsbrand kann das ausreichend sein. Gegen kleinere Feuer, wie sie zum Beispiel durch eine umgekippte Kerze entstehen, können Sie sogar mit dem fein zerstäubten Wasser aus einer Blumenspritze, wie sie für das Befeuchten von Blättern verwendet wird, gute Erfolge erzielen, wenn diese schnell zur Hand ist. 

 

c) Die häufigsten Typen von Feuerlöschern sind ABC-Pulverlöscher, Wasser- oder Schaumlöscher. Für die Nutzung im Notfall sollten Sie sich aber vorher mit der Anwendung vertraut gemacht haben. Nicht alle Feuerlöscher funktionieren mit der gleichen Technik – wie sie funktionieren, steht als Gebrauchsanweisung auf dem Gerät. 

 

Wann haben Sie noch eine Chance, mit einfachen Mitteln einen Brand zu löschen?

Eine Faustregel ist: Wenn Sie den Brandherd, also die Ursache des Brandes, noch sehen und mit ausgestrecktem Arm Löschmittel aufbringen können. Mit Feuerlöschern ist eine erfolgreiche Brandbekämpfung prinzipiell länger und noch später im Brandverlauf möglich als mit Löschspray. Aber wenn ein Feuer sich über die Entstehungsbrandphase hinaus entwickelt hat, geht die Ausbreitung sehr schnell. Im Zweifelsfall, und besonders dann, wenn sich der Rauch schnell ausbreitet, ziehen Sie unbedingt den Rückzug der Brandbekämpfung vor. Spielen Sie nicht den Helden! Ihre Sicherheit geht vor.

 

Hierzu gibt es ein interessantes Video:

 

 

Kann die Tür zum brennenden Raum geschlossen werden? Weiterlesen...

Jede Tür bildet zunächst ein Hindernis für Flammen und auch Rauch. Daher ist es immer gut, wenn ein möglicher Fluchtweg durch eine Tür vom Brandraum getrennt ist.

Es gibt hochwirksame Brandschutztüren, die einem Feuer mindestens 30 Minuten standhalten. Aber auch einfache Türen ohne Brandschutzqualität verhindern für mindestens 10 Minuten eine weitere Brandausbreitung – wenn Sie geschlossen sind. Wenn Sie die Tür innerhalb der Wohnung geschlossen haben, ist wertvolle Zeit gewonnen für die Information möglicher weiterer in der Wohnung anwesender Personen und für die gemeinsame Flucht. Auch der Rauch kann sich so zunächst nicht weiter ausbreiten und Sie gefährden.

 

Überlegen Sie, ob noch weitere Personen in der Wohnung sind. Wenn ja, wissen diese Personen von dem Brand und sind sie in der Lage, die Wohnung selbständig zu verlassen?Weiterlesen...

Sind noch weitere Personen in der Wohnung und im Haus? Falls außer Ihnen noch Kinder oder andere Erwachsene in der Wohnung sind, die den Brand noch nicht bemerkt haben, ist Ihre schnelle und entschlossene Reaktion überlebenswichtig.

 

Nach der Entstehungsbrandphase, in der Sie eventuell noch eingreifen können, entwickeln sich Brände in der Regel sehr schnell. Deshalb ist es wichtig, dass alle, die sich noch innerhalb der Wohnung aufhalten, schnellstmöglich informiert werden und sich mit Ihnen zusammen in Sicherheit bringen. Wer auf Ihre Hilfe angewiesen ist (zum Beispiel Kinder, kranke oder gebrechliche Personen) hat Vorrang.

 

Bedenken Sie, dass möglicherweise sonst selbständige und vernünftige Personen im Brandfall verwirrt oder panisch reagieren können. Bringen Sie alle Personen, die Sie erreichen und bewegen können, ohne sich selbst zu gefährden aus dem Gebäude.

 

Sollten Sie jemand wegen der Rauch- und Brandentwicklung in der Wohnung nicht erreichen können, muss die Feuerwehr unbedingt schon beim Notruf und erneut beim Eintreffen darüber informiert werden, dass noch Personen im Gebäude sind, nach Möglichkeit mit genauer Angabe, wo und wie viele.

 

Ist der Fluchtweg zum Wohnungsausgang frei?Weiterlesen...

Ihr weiteres Handeln ist davon abhängig, ob Ihr Fluchtweg zum Wohnungsausgang frei von Feuer und Brandrauch ist.

Sollte das nicht der Fall sein, begeben Sie sich in das am weitesten von der Brandursache entfernte Zimmer, ziehen die Tür hinter sich zu und alarmieren die Feuerwehr. Weisen Sie unbedingt darauf hin, dass Sie eingeschlossen sind.

 

Wenn dieser Raum ein Fenster hat, das mit einer Leiter erreicht werden kann, wird man Sie auf diesem Weg herausbringen. Das kann natürlich etwas dauern – moderne Türen halten aber einem Feuer eine ganze Zeit lang stand; Sie können also ruhig warten.

 

Wichtig ist, dass Sie sich am Fenster durch Rufe bemerkbar machen. Die Feuerwehr wird eine Einsatzkraft abstellen, die Kontakt zu Ihnen hält.

Teilen Sie Ihre Lage möglichst genau mit: Ist der Ausgang durch den Brand versperrt? Ist die Wohnungstür zu? Dringt Rauch ein? Sind noch andere Personen mit Ihnen im Raum oder in an-deren Räumen in der Wohnung?

 

Sollte Ihre Evakuierung über Leitern nicht möglich sein, wird die Feuerwehr durch einen schnellen und direkten Löschangriff über die Treppe zu Ihnen kommen und Sie retten. Dazu kann sie zum Beispiel eine Fluchthaube verwenden, die sie kurzzeitig vor den Gefahren des Brandrauchs schützt. Es wird Sie aber immer eine Einsatzkraft begleiten.

 

Sollte die Feuerwehr nicht schnell genug zu Ihnen vordringen können und die Lage in dem Raum bedrohlich werden, können Sie immer noch durch ein Sprungpolster gerettet werden. (Die von vielen Leuten aufgespannten Sprungtücher, die man aus Kinderbüchern kannte, gibt es nicht mehr.) Sprungpolster können einen Sprung aus dem 5. Stockwerk eines Wohnhauses auffangen.

 

Achtung: Springen Sie auf keinen Fall, bevor Sie dazu aufgefordert werden! Sprungpolster werden aufgeblasen und müssen sich erst entfalten. Setzen Sie sich auf das Fensterbrett, stoßen Sie sich vom Fenster ab, ziehen Sie die Beine an und machen Sie eine „Bombe“ wie im Schwimmbad!

 

Liegen Mobiltelefon und Wohnungsschlüssel griffbereit?Weiterlesen...

Ein Mobiltelefon ist ein wichtiges Mittel im Notfall.

Mit einem Mobiltelefon können Sie auch einen Notruf absetzen, wenn die SIM Karte abgelaufen ist – der Akku muss allerdings geladen sein. Wenn es in ihrer Wohnung brennt, ist es natürlich wichtig, so schnell wie möglich die Feuerwehr zu alarmieren.

 

Aber ein Notruf dauert eine Weile: Die Leitstelle muss Informationen zum genauen Ort, zur Lage usw. bekommen und wird Fragen stellen. Dafür ist in einem Raum, in dem es brennt, keine Zeit. Sie sollten sich deshalb erst in Sicherheit bringen, bevor Sie den Notruf absetzen. Es nützt nichts, wenn Sie die Feuerwehr alarmiert haben und wegen der dafür aufgewendeten Zeit die Wohnung nicht mehr verlassen können.

 

Beim Verlassen der Wohnung sollten Sie unbedingt Ihren Schlüssel zum Wohnungseingang mitnehmen. Wenn die Feuerwehr eintrifft, können Sie den Feuerwehrleuten ihren Wohnungsschlüssel und weitere Informationen zur Situation mitgeben. Mit dem Schlüssel kommen die Feuerwehrleute schneller in ihre Wohnung und sie müssen sich nicht erst mit Brechwerkzeug Zugang verschaffen und wertvolle Zeit verlieren.

Damit Sie Schlüssel und Mobiltelefon im Notfall schnell finden, sollten diese immer am gleichen Platz griffbereit liegen. Wenn Sie nachts ihre Tür abschließen, lassen Sie den Schlüssel im Schloss stecken, wenn dann die Tür auch von außen noch aufgeschlossen werden kann. Alternativ kann man den Schlüssel auch gut sichtbar an ein Schlüsselbrett in unmittelbarer der Nähe der Tür hängen oder legen.

 

Können Sie die Wohnung über die Eingangstür verlassen?  Welche anderen Fluchtwege stehen zur Verfügung?Weiterlesen...

Bei Mehrfamilienhäusern ist der Treppenraum im Normalfall ein sicherer Rettungsweg.

Im Treppenraum sollen daher auch keine Möbel, Kinderwagen, usw. abgestellt sein, auch nicht vorübergehend. Sie könnten Ziel eines Brandstifters werden und dann ist der Treppenraum nicht mehr sicher und darf im Falle eines Brandes auf keinen Fall betreten werden.

Der Treppenraum wird auch dann unsicher, wenn im Brandfall die Tür zu einer brennenden Wohnung offen ist und Rauch und Feuer in den Treppenraum eindringen können.

 

Haben Sie beim Verlassen der Wohnung die Tür zum Treppenhaus zugezogen?Weiterlesen...

Wenn Sie Ihre Wohnung über die Wohnungseingangstür verlassen, ist es wichtig, dass Sie die Tür hinter sich schließen.

Dem Schließen der Wohnungstür bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus kommt besondere Bedeutung zu. Bei geschlossener Tür kann zwar immer noch geringfügig Rauch in das Treppenhaus eindringen, aber bei weitem nicht so viel wie bei einer vollständig geöffneten Tür. Auch wenn die Wohnungseingangstür keine Brandschutztür mit definierten Feuerwiderstand ist, hält sie eine gewisse Zeit einem Brand stand und kann so nicht nur Ihnen, sondern auch den anderen Bewohnern des Hauses die Flucht über das Treppenhaus ermöglichen.

Wenn Sie ihre brennende Wohnung verlassen und den Schlüssel dabei haben, ist es nicht nur hilfreich für Sie, wenn Sie nach dem gelöschten Brand wieder zurück wollen, sondern auch sehr hilfreich für die Feuerwehr. Wenn die Feuerwehr eintrifft und Sie diese mit dem Wohnungsschlüssel und auch noch weiteren Informationen erwarten, können die Feuerwehrleute schneller zum Brandherd vordringen als wenn sie erst mit Brechwerkzeugen sich einen Zugang zum Brandort verschaffen müssen.

 

Haben Sie aus einem sicheren Bereich die Feuerwehr über die Telefonnummer 112 alarmiert?Weiterlesen...

Alle Bewohner der Brandwohnung in Sicherheit zu bringen ist das Wichtigste.

Sind alle in Sicherheit – oder nicht erreichbar – und es hat sonst noch niemand einen Notruf absetzen können, dann sollten Sie das als Nächstes möglichst schnell tun.

Bedenken Sie beim Absetzen des Notrufs: Die diensthabende Person in der Rettungsleitstelle ist mit solch einer Gesprächssituation vertraut, für Sie selbst dagegen ist die Lage neu, Sie sind aufgeregt und möglicherweise durcheinander. Es geht darum, in dieser Lage trotzdem alle für Feuerwehr und Rettungskräfte wichtigen Informationen zu übermitteln. Versuchen Sie deshalb verständlich und zügig auf die gestellten Fragen zu antworten.
Am wichtigsten ist die genaue Bestimmung des Notfallorts, das heißt Ort, Straße, Hausnummer, gegebenenfalls Stadtteil, Stockwerk sowie besondere Merkmale oder Besonderheiten des Zugangswegs.

Geben Sie verständlich und zügig die Antworten auf folgende Fragen:
Wo ist der Notfallort?
• Was ist passiert?
• Wer ruft an?

Geben Sie gesicherte Informationen kurz und bündig weiter und beschreiben Sie die Situation möglichst genau. Gibt es Verletzte und wie viele? Sind Personen akut in Gefahr?
Warten Sie auch noch auf weitere Fragen und Anweisungen und legen Sie nicht auf, bevor die Person in der Leitstelle das Gespräch beendet hat.

 

Haben Sie die Nachbarn gewarnt?Weiterlesen...

Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen, sollten Sie mindestens die Nachbarn auf der gleichen Etage warnen.

Wohnungen sind im Normalfall brandschutztechnisch so abgetrennt, dass unter gewöhnlichen Umständen vor dem Eintreffen der Feuerwehr keine Brandausbreitung auf die Nachbarwohnung zu erwarten ist. Eine Warnung der Nachbarn auf der gleichen Etage, sofern es gefahrlos möglich ist, ist aber sinnvoll. Gefahrlos heißt, dass keine stärkere Rauchentwicklung im Treppenhaus vorliegt und es noch gefahrlos benutzt werden kann.

 

Sie sollten aber nicht die Treppe hochlaufen und alle Personen zum Verlassen des Hauses veranlassen. Mehrfamilienhäuser sind mit feuerwiderstandsfähigen Decken ausgestattet, die mindestens so lange halten, bis die Feuerwehr eintrifft. Die Feuerwehr kann dann entscheiden, ob eine Räumung des gesamten Gebäudes notwendig ist oder nicht.

 

Ist vor dem Gebäude ausreichend Platz für die Feuerwehr oder können Sie Anwohner bitten, ihre Fahrzeuge wegzufahren?Weiterlesen...

Wenn Sie die Feuerwehr alarmiert haben, wird diese im Normalfall in kurzer Zeit mit dem ersten Fahrzeug vor Ort sein.

Diese Zeit kann sich für Sie sehr lange anfühlen. Laufen Sie trotzdem nicht ins Gebäude zurück, sondern prüfen Sie in der Zwischenzeit, ob für die Feuerwehr vor dem Haus genug Platz ist und bitten Sie gegebenenfalls Anwohner, ihre Autos wegzufahren.

 

Können Sie der Feuerwehr wichtige Informationen geben, zum Beispiel ob und wo noch Personen  im Gebäude sind? Weiterlesen...

Die eintreffenden Feuerwehrleute werden von einem Einsatzleiter geführt, der dafür ausgebildet ist, dass er möglichst schnell Informationen von den meldenden Personen über das Ereignis erfragt. Das kann vielleicht schroff und nicht sonderlich einfühlsam wirken – darum geht es in dieser Situation aber auch nicht, sondern um die schnelle Abwehr akuter Gefahren.

 

Geben Sie sich als Informationsträger zu erkennen und antworten Sie so, wie Sie bereits mit der Feuerwehr am Telefon gesprochen haben. Die Fragen werden sich vor allem auf den genauen Brandort beziehen, denn nicht immer ist das von außen eindeutig zu erkennen:
• In welchem Stockwerk brennt es und in welcher Wohnung?
• (Achten Sie auf die Zählweise der Geschosse: Erdgeschoss, 1. Obergeschoss, 2. Obergeschoss usw.)
• Sind noch Personen in der Wohnung?
• Gibt es besondere Gefahren (Gasflaschen, Tiere, Munition oder Ähnliches).
• Ist die Tür geschlossen? Haben Sie einen Schlüssel?
• Geben Sie ihren Schlüssel dem Einsatzleiter. Halten Sie sich nach den ersten Informationen für Rückfragen bereit.

Wenn Sie allen Punkten nach bestem Wissen und Fähigkeiten gefolgt sind, haben Sie für sich und Ihre Umgebung alles getan, was Sie konnten. Die Feuerwehr kann dadurch schnell und effektiv arbeiten und der Schaden kann dadurch begrenzt werden.

 

 

Richtiges Verhalten im Brandfall – Übersicht

 

Der Deutsche Feuerwehrverband e. V. (DFV) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) haben nach zweijähriger Arbeit 2019 gemeinsam eine Broschüre herausgegeben, die das richtige Verhalten im Brandfall beschreibt.

 

 „Die Fachempfehlung richtet sich sowohl an die Bewohner von Wohnungen als auch an Feuerwehren und Spezialisten in der Brandschutzerziehung und- aufklärung“, erläutert Frieder Kircher, Vorsitzender des Gemeinsamen Ausschusses.

 

Das Gremium ist zu folgenden Schlüssen gekommen:

1.  Die Handlungsempfehlungen müssen ausführlicher sein, auch wenn dabei das Problem auftritt, dass Schwierigkeiten beim Lesen des längeren Textes auftauchen.

 

2. Es gibt keine einheitliche Regelung zum Verhalten, die für jede Situation in jeder Gebäudeart beim Wohnen zutrifft. Die detaillierten Verhaltenshinweise für einen Brand im Einfamilienhaus unterscheiden sich in mehreren Punkten von den Hinweisen beim Brand in einem Mehrfamilienhaus.  In der Fachempfehlung „Verhalten im Brandfall“ werden daher folgende vier Fälle unterschieden:

  1. Brand in der eigenen Wohnung eines Mehrfamilienhauses
  2. Brand in einer anderen Wohnung eines Mehrfamilienhauses
  3. Verrauchtes Treppenhaus in einem Mehrfamilienhaus
  4. Brand in einem Einfamilienhaus

3. Reine Schlagworte oder Merksätze sind nicht ausreichend. Es müssen detaillierte Erklärungen erfolgen, die die Nutzer direkt ansprechen. Diese dienen insbesondere auch Multiplikatoren wie zum Beispiel Brandschutzerziehern oder Lehrkräften, um die Merksätze den Nutzern zu erläutern

 

4. Durch Ablaufdiagramme werden die Handlungsprinzipien anschaulich erläutert.

 

Anschaulich ist auch folgendes kleine Video: „Nils erklärt den Brandschutz“ – aus dem Video-Kanal der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

 

 

 

Zu Gunsten der Übersichtlichkeit werden hier die vier Einzelfälle auch separat behandelt.

 

„Mit der neuen Fachempfehlung setzt der Gemeinsame Ausschuss für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung seine strategische Arbeit in diesem Gebiet fort, die mit der Fachempfehlung ,Der Notruf in der Brandschutzerziehung‘ begonnen wurde und sich zukünftig weiter fortsetzen soll“, erläutert Kircher abschließend.

Die aktuelle Fachempfehlung im Ganzen finden sie online unter:  

https://www.brandschutzaufklaerung.de/veroeffentlichungen/fachempfehlung-verhalten-im-brandfall/ 

Rettungswege – Fluchtwege ….hätten Sie es gewusst…?

 

Allgemein werden im Sprachgebrauch und auch in den Bauordnungen die beiden Begriffe Fluchtweg und Rettungsweg unter dem Oberbegriff „Rettungsweg“ zusammengefasst.

Im einzelnen gibt es aber durchaus die wichtige Unterscheidung in Selbstrettung und Fremdrettung.

 

Fluchtwege nennt man Wege, z.B. Flure, Treppen und Ausgänge ins Freie, über die Menschen und Tiere im Gefahrenfall (bei Brand) bauliche Anlagen verlassen und sich in Sicherheit bringen können (= Selbstrettung).

Rettungswege im strengen Sinn sind Zugänge und Wege für Einsatzkräfte wie der Feuerwehr, über die die Bergung  von z.B. verletzten Personen und Tieren sowie die Brandbekämpfung (Löscharbeiten) möglich sind (siehe § 14 MBO). (= Fremdrettung)

 

Zur Info: Die Musterbauordnung MBO gibt vor, zwei voneinander unabhängige bauaufsichtliche Rettungswege zu bauen: Falls im Brandfall einer der beiden Flucht- und Rettungswege ausfällt, muss die Flucht bzw. Rettung von Menschen und Tieren über den jeweils anderen Rettungsweg möglich sein.

 

Eine Feuertreppe ist eine der Möglichkeiten, eine Selbstrettung zu gewährleisten. Foto: Manfred Richter auf Pixabay

 

Der erste bauaufsichtliche Rettungsweg muss dabei immer baulich hergestellt werden, z.B. ganz simpel über einen Ausgang ins Freie im Erdgeschoss, eine notwendige Treppe als sichere Außentreppe oder notwendige Treppen mit notwendigem Treppenraum und Ausgang ins Freie.

Der zweite bauaufsichtliche Rettungsweg kann entweder ebenfalls als baulicher Rettungsweg erforderlich sein (z.B. bei Sonderbauten) oder über Rettungsgeräte der Feuerwehr (z.B. Leitern, Hubrettungsfahrzeuge) führen.

 

 

Der zweite bauaufsichtliche Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn die Rettung von Menschen und Tieren über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können, einen sogenannten Sicherheitsheitstreppenraum.

 

In der MBO sind auch wichtige Festlegungen sind hinsichtlich der Zahl und der Ausbildung von Flucht- und Rettungswegen getroffen. Dies hat 2013 zu der Schließung des Stuttgarter Fernsehturms geführt. Aufgrund des § 33 (1) MBO: „Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum … müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein“ musste der Turm aufwändig brandschutzsaniert werden. 

Die besondere Architektur des Turms und der Denkmalschutz machten dabei die Sanierung besonders schwierig. Eine weltweit einmalige Konstruktion mit Mineralwolle bietet nun einen sicheren Brandschutz und ermöglichte die Wiedereröffnung des Turms im Jahr 2016.

 

Aber: In Sonderbauverordnungen gibt es dagegen Unterscheide bei den beiden Begriffen. So können Rettungswege zum Teil solche Wege sein, die nur von Rettungskräften betreten werden dürfen.

 

Überprüft werden die Verordnungen über regelmäßig wiederholte Brandverhütungsschauen der einzelnen Bauten. Diese dienen der vorbeugenden Abwehr von Gefahren in bestehenden baulichen Objekten, die durch einen Brand oder eine Explosion entstehen können.

 

Übrigens:

  • Fußböden in Rettungswegen müssen einen Bodenbelag erhalten, der schwerentflammbar ist gemäß § 38 (6) BauO NRW. (Ab Hochhausgrenze in DIN A1)Und auch die Wand- und Deckenbekleidungen in Flur und Treppenräumen müssen mit nichtbrennbaren Baustoffen gemäß § 38 (6) bzw. 37 (9) ausgerüstet sein, bzw. müssen die Wände mit Feuerschutzfarben, oder schwer entflammbarer Tapete ausgerüstet sein.

  • Notwendige Treppenräume, notwendige Treppenraumerweiterungen und notwendige Flure müssen frei von brennbaren Dekorationen und Einrichtungen sein. (B1 für Versammlungsstätten).                                                                  

  • Wichtig – auch für Kitas oder Kindergärten: Die Rettungswege sind innerhalb der erforderlichen Mindestbreiten von jeglichen Hindernissen (z. B. Lagerung / Möbel) freizuhalten.

  • Rettungswege und Sammelplätze auf dem Außengelände (falls notwendig) müssen ausreichend vorhanden, an der richtigen Stelle beschildert sein und freigehalten werden.

  • Rauchwarnmelder, Rauchwarnmeldeanlagen, geeignete Feuerlöscher und ggf. geeignete Wandhydranten müssen in ausreichender Zahl und zweckmäßiger Verteilung an gut sichtbarer Stelle leicht zugänglich angebracht sein.

  • Das Personal muss jährlich mindestens einmal über die Lage und Bedienung der in einem Notfall bedeutsamen Anlagen und Einrichtungen, die Brandschutzordnung und das Verhalten bei einem Brand oder einer Panik unterrichtet werden.

Hier finden Sie eine Liste der wichtigsten Rettungszeichen und ihre Bedeutung und als zusätzlichen Service können Sie hier die Muster-Brandschutzordnung herunterladen.

Fasching – Tipps zum Brandschutz. Heiße Rhythmen und feiern statt heiße Flammen und löschen.

Guggenmusik, Fasnet. Foto: Hermann Schmider auf Pixabay

 

In den nächsten Wochen startet die sogenannte fünfte Jahreszeit so richtig durch. Narren, Närinn*en und Jecken*innen stürzen sich begeistert in die zahlreich angebotenen Faschingsfeste,- bälle und partys.

 

Damit Sie als Veranstalter und Besucher diese Stunden ausgelassen feiern können, sollten Sie ein paar Dinge beachten, um Brandunfälle so gut wie möglich zu vermeiden.

 

  • Achten Sie beim Kauf von Luftschlangen, Girlanden und  der Dekoration auf schwer  entflammbare Produkte. Sie erkennen diese am Aufdruck „B1“. Hierzu eignen sich übrigens auch unsere Seidenpapiere und Krepppapiere

 

  • Bunt und schwer entflammbar – eine unschlagbare Kombination. Foto: 5598375 auf Pixabay

                                                                                                                                                                                                                                                         

  • Bringen Sie generell beim Schmücken Ihres Partyraumes Deko-Material nicht in unmittelbarer Nähe von Glühbirnen, Heizstrahlern, Kerzen oder anderen heißen Gegenständen an.

  • Falls Sie tatsächlich Kerzen aufstellen möchten, könnten Sie diese in sogenannten Weckgläsern brandsicher aufstellen.
  • Stellen Sie Aschenbecher auf, und leeren Sie deren Inhalt nur in Blecheimer.

  • Denken Sie daran, Notausgänge deutlich zu kennzeichnen, nie zu verschließen und achten Sie auf freien Zugang.

  • Sicher ist sicher, deshalb: Halten Sie Löschmittel bereit – Feuerlöscher, Feuerlöschspray oder Eimer mit Wasser.

  • Überprüfen Sie im Vorfeld Ihre Rauchmelder.
  • Für Kostüme kein leicht brennbares Material wie Papier oder Watte verwenden. Auch die Kinderkostüme mit der EN 71 Norm sind keine absolute Sicherheit. Sie schreibt zwar vor, wie schnell sich Flammen ausbreiten dürfen. Brandnebenerscheinungen wie Abtropfen erfassen sie allerdings nicht. Enganliegende Kostüme sind generell sicherer. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Gefahren von Feuer und bringen Sie ihnen bei, wie sie sich im Notfall verhalten sollen. (siehe unten)

  • Parken Sie verantwortungsbewusst, halten Sie die Rettungswege frei!

Tipps im Brandfall:

  • Ruhe bewahren und nicht losrennen. Falls möglich die brennende Kleidung schnell ausziehen.
    Anderenfalls sich schnell auf die Erde werfen und rollen.
  • Helfen Sie anderen, die Betroffenen stehen meist unter Schock. Werfen Sie sie notfalls zu Boden und rollen Sie sie.
  • Nehmen Sie eine Wolldecke zum Löschen und rollen Sie die Person bis zum Hals ein.

Wundbehandlung:

  • Verletzte Stellen zirka 10 Minuten kühlen. Das Wasser sollte nicht zu kalt sein, sonst droht Unterkühlung.
  • Eingebrannte Kleider nicht entfernen.
  • Rufen Sie bei großen Wunden den Notarzt unter 112.

 

Wir wünschen allen „Feierlustigen“ einen feuerfreien grandiosen Fasching! Helau und Alaaf und alle anderen Narrenrufe – die Sie hier nachlesen können.

Advent, Advent….die Wohnung brennt…

 

Während der dunklen Jahreszeit, besonders jedoch im Zeitraum von Anfang Dezember bis Mitte Januar, treten gehäuft Zimmerbrände, im schlimmsten Fall jedoch auch daraus resultierende Haus-, oder Wohnungsbrände auf.

Sie ahnen es bestimmt schon:  Der häufigste Grund für Brände in dieser Jahreszeit sind unbeaufsichtigte Kerzen, egal ob an Adventskränzen, Weihnachtsbäumen, Kerzenständern, etc. In diesem Video sehen Sie anschaulich, wie schnell sich ein Brand eines Weihnachtsbaumes entwickelt und ausbreitet.

 

 

 

Brände in Wohngebäuden sind nicht nur gefährlich, sie können im Schadensfall auch teuer werden. Verbraucher können sich zwar gegen finanzielle Risiken mit den passenden Versicherungen schützen – mit einer Hausrat- und Wohngebäudeversicherung und einer privaten Haftpflichtversicherung.

Brandschäden im Wohnraum werden durch die Hausratversicherung gedeckt. Die Police schließt alle Gegenstände ein, die beweglich sind – auch zerstörte Weihnachtsgeschenke sind eingeschlossen.

Bei Gebäudeschäden greift dagegen die Wohngebäudeversicherung.

 

ABER: Die Versicherungen kommen nur für die Schäden auf, wenn keine Fahrlässigkeit vorliegt.

 

Wenn jemand den Raum für längere Zeit verlässt, obwohl die Kerzen noch brennen, handelt diese Person grob fahrlässig – selbst wenn es sich nur um kleine Teelichter handelt. Ein solches Verhalten kann Folgen für die Schadensregulierung haben. Denn bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer die Leistung anteilig kürzen oder komplett verweigern.

Bei Neuverträgen vor dem 01.01.2008 und bei Altverträgen vor dem 01.01.2009 waren die Versicherungen in diesen Fällen häufig leistungsfrei. Nunmehr gibt es ein abgestuftes Verschuldenssystem (leichte Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit, Vorsatz, Arglist).

 

Übrigens: Melden Sie ihre Schäden sofort und entsorgen Sie die kaputten Gegenstände nicht ohne Rücksprache mit dem Versicherer. Eventuell möchte dieser die Schäden noch begutachten. Zudem kann es als Nachweis hilfreich sein, die Schäden mit Fotos zu dokumentieren.

Auch wenn das Malheur am Heiligabend passiert: Versicherte sollten nicht bis nach den Feiertagen mit ihrer Schadensmeldung warten. Versicherer haben dafür eine Schaden-Hotline, die oft auch an Feiertagen freigeschaltet ist. Ist dort niemand zu erreichen, sollte man eine E-Mail schreiben. Denn meist müssen Schäden laut Versicherung „unverzüglich“ gemeldet werden.

 

Was tun, damit die dunkle Jahreszeit nicht dunkel bleiben muss, aber kein Brandrisiko aufkommt?

 

Elektronik als Alternative zu Kerzen

Um das Brandrisiko zu senken, ist der Griff zu elektrischer Weihnachtsdeko eine Alternative: Lichterketten für den Christbaum oder weihnachtliche LED-Lampen – es geht auch ohne Kerzen.

Aber achten Sie darauf, Lichterketten nur mit GS-Zeichen zu kaufen. Name und Adresse des Herstellers sollten zudem in deutscher Sprache auf der Verpackung stehen.

 

Vermeiden Sie es, Wunderkerzen im Haus oder der Wohnung zu verwenden. Das Landgericht Offenburg entschied in einem Fall zum Beispiel, dass es grob fahrlässig ist, Wunderkerzen direkt am Weihnachtsbaum zu entzünden (Aktenzeichen: 2 O 197/02). Die Hausratversicherung war nicht verpflichtet, den entstandenen Schaden zu übernehmen.

 

Wenn Sie trotzdem nicht auf echte Kerzen verzichten möchten, hier ein paar Tipps für Ihre Sicherheit:

Vertrocknete Adventskranzzweige können schnell einen Wohnungsbrand auslösen. Deshalb sollten Sie das Tannengrün regelmäßig austauschen. Außerdem dürfen Kerzen an Gestecken nie ganz herunterbrennen. Selbstverlöschende Kerzen bieten hier zusätzliche Sicherheit. Kerzen sollten auch niemals unbeaufsichtigt und in der Nähe von brennbaren Stoffen aufgestellt werden.

 

Möchten Sie ihren Weihnachtsbaum mit echten Wachskerzen schmücken, müssen Vorhänge, Gardinen, Papier und Polstermöbel außer Reichweite sein. Wer verspielte Haustiere hat, hängt den Weihnachtsschmuck besser nicht an die untersten Zweige oder stellt den Baum auf ein stabiles Tischchen. Beim Anzünden gilt die Faustregel, an der Spitze zu beginnen und sich nach unten vorzuarbeiten. Beim Löschen der Kerzen geht es andersherum.

Eltern sollten auch ganz besonders auf ihre Kinder achten und sie über entstehende Risiken aufklären. Kommt es zu einem Brand, weil ein Achtjähriger mit dem auf dem Esszimmertisch liegenden Feuerzeug Teelichter entzündet, könne dem Kind kein Vorwurf gemacht werden, führte das Landgericht Bielefeld in einem Fall aus. Denn die Gedanken des Kindes seien einen Tag vor Weihnachten «von der Frage beherrscht» gewesen, welche Weihnachtsgeschenke es bekommen werde. Die Eltern mussten allerdings haften, denn sie hätten besser aufpassen müssen (Aktenzeichen: 21 S 166/06).

Stellen Sie Feuerlöscher oder einen Eimer Wasser griffbereit in der Nähe auf. Und natürlich ist es sowieso sinnvoll, einen Rauchmelder in dem Raum installiert zu haben.

 

Eingeschränkt empfehlenswert  für Weihnachtsbäume oder Adventskränze aus echten Zweigen sind übrigens sogenannte Brandschutzsprays.

Lt. Angabe des Herstellers Aisco sind Naturweihnachtsbäume brandschutztechnisch problematisch.

„Es gibt kein Produkt am Markt, auch von uns nicht, das Weihnachtsbäume jeder Art, „Harzigkeit“ und Trockenheit zuverlässig schwerentflammbar nach DIN4102 B1 macht.“

Ihre Sorgfaltspflicht ist also auch dann vonnöten, wenn Sie Ihre Adventskranzzweige, oder Ihren Tannenbaum mit einem Brandschutzspray behandelt haben.

 

Für andere Materialien ist ein Brandschutzspray jedoch oft eine sehr gute Lösung – Bericht folgt in einem separaten Artikel.

 

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay

 

Mit diesen Tipps wünschen wir von König Konzept Ihnen eine wunderschöne, feuerfreie, entspannte Weihnachtszeit voller stimmungsvoller Momente und einen fantastischen Rutsch in ein neues Jahr.